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Freitag, 17. Juni 2016

Die Sache mit dem Hier und Jetzt und 5 Dinge, die mir gerade gute Laune machen


Ich sollte jetzt eigentlich vor dem Computer sitzen und arbeiten, einen Sachtext für einen Online-Shop schreiben. Stattdessen mache ich das, was ich am allerbesten kann: Ich grübel. Darin bin ich nämlich richtig gut. Mir Gedanken zu machen, über Dinge die ich mit etwas persönlichem Einsatz sogar ändern könnte, oder noch schlimmer, über Dinge, die ich überhaupt nicht in der Hand habe. 

Also grübel ich, wie unser großer Sohn im August auf dem Gymnasium zurechtkommen wird, ob unser Kleiner nach 18 Monaten im Sprachheilkindergarten in einer normalen Grundschule klar kommt. Ob es nicht besser wäre, aus meinem kleinen Homeoffice-Mikrokosmos auszureißen und mir wieder einen Job zu suchen. Wie und Wo wir in den nächsten Jahren wohnen werden, da wir jetzt wissen, dass wir unser Haus nicht kaufen können. Wie es meinen Eltern in den nächsten Jahren gehen wird und wie lange sie sich ab und zu noch um unsere Jungs kümmern können...
Aber auch mit Banalitäten kann ich mein Gedankenkarussel prima zum Drehen bringen: Warum verdammt schaffe ich es nicht, mich regelmäßig zu bewegen oder mich wenigstens auf mein Meditationskissen zu setzten, obwohl ich genau weiß, wie gut mir das tut. Oder mal wieder richtig zu kochen, statt uns zum dritten Mal in der Woche Apfelpfannkuchen aufzutischen, weil ich einfach keine Lust für mehr Aufwand habe. 

Ich weiß natürlich, dass es keinen Sinn macht, mit meinen Gedanken ständig in der Vergangenheit oder in der Zukunft festzustecken. Das Hier und Jetzt sollte meine ganze Aufmerksamkeit fordern. Ich habe einige Bücher zum Thema Achtsamkeit gelesen, vertrödel liebend gerne meine Zeit auf modernen, spirituell angehauchten Lifestyle-Blogs, versuche einigermaßen regelmäßig Yoga zu machen....und doch bringt es mich meistens nicht wirklich weiter.

Aber dann gibt es zum Glück doch ein paar kleine, simple Dinge, die die Gedankenspirale kurz anhalten können und mir an doofen Tagen gute Laune machen.

1. Raus an die frische Luft

Statt mir heute morgen die Decke über den Kopf zu ziehen oder sinnlos bei Facebook meine Zeit zu verplempern habe ich mich auf mein Fahrrad gesetzt und bin losgefahren. Eine Strecke, die ich eigentlich schon ewig lange mit unseren Jungs abfahren wollte. Vorbei an weiten Feldern, mit wunderschönen Mohn- und Kornblumen und Kamille am Wegesrand. Ein kleines Stück auf einem schmalen Weg, der sich durch schattige Kiefernwälder und über einen kleinen Bach schlängelt, untermalt von einem Froschkonzert und dem leisen Rauschen der Blätter. Dann plötzlich diese Weite, das Licht und riesengroße Windräder, die sich vor mir auftürmen und die ich sonst nur aus der Ferne beim Vorbeifahren im Auto wahrnehme. Ich schließe kurz die Augen, spüre den Fahrtwind auf meiner Haut, das erste Ziehen und Zwicken in meinen Beinen und fühle mich entspannt. Nach mehr als einer Stunde Fahrt hat sich das Wirrwarr in meinem Kopf zum Glück etwas gelichtet.


2. Schöne, beschwingte Gedanken zulassen

Der Blick in die nahe Zukunft kann natürlich auch etwas Schönes haben. Wenn ich daran denke, was ich in den nächsten Wochen und Monaten so vorhabe - Reise nach Kopenhagen, Konzert in Berlin, ein Festival mit meiner Freundin und ein Wochenende in Boltenhagen im Herbst - kann ich ja eigentlich nur gute Laune kriegen.

 3. Mit Reise-Geschichten die Welt entdecken
 

Ich stehe gerade total auf Reisegeschichten. Wenn ich schon nicht selbst die große, weite Welt entdecke, (fürs Abenteuer bin ich irgendwie nicht gemacht), dann hole ich mir die Geschichten aus Alaska, Vietnam, Afrika und Bhurma nach Hause. Sehr begeistert hat mich das grandiose Magazin The Fernweh Collective und das darin empfohlene Buch The Travel Episodes - Geschichten vom Fernweh und der Freiheit. Eine prima Ablenkung an blöden Tagen und ganz  großes Kopfkino!

4. Erinnerungen sammeln

Seit Wochen lässt mich die Idee nicht mehr los, meine Männer einzupacken, mit einem Bus durch die Gegend zu düsen und Urlaub zu machen. Ich bin eigentlich gar nicht der Camping-Typ: Die Aussicht, dass Ameisen durch mein Zelt laufen und der Gedanke, nachts durch die Dunkelheit aufs Klo gehen zu müssen, habe mich bisher eher abgeschreckt. Aber dann sind da eben doch die wenigen Camping-Platz-Momente, die sich auch nach Jahren in meinem Kopf eingegraben haben.

Die Packung Miracoli, die wir damals ganz revolutionär mit Spaghetti und Soße in einem Topf auf dem Gaskocher zubereitet haben - heute nennt man das ganz schlicht und ergreifend One-Pot-Pasta - hat mitten in den Dünen nie wieder so gut geschmeckt. Dieses großartige Gefühl, wenn man müde und überdreht zugleich ins sein Zelt fällt, weil man gerade den ersten Sonnenaufgang seines Lebens am Meer erlebt hat. Und ich meine einen richtigen Sonnenaufgang, bei dem die Sonne plötzlich direkt aus dem Meer auftaucht und viel zu schnell aufsteigt. Der Morgen, wenn man aufwacht und die Wellen in der Ferne rauschen hört.

Mein liebster Zeitvertreib in letzter Zeit, um noch mehr Fernweh zu  kriegen: Mir auf Instagram unzählige, freiheitsliebende Menschen unter dem Hashtag vanlife oder vanlifers ansehen, die mit ihrem liebevoll umgebauten Bus oder Van die Welt entdecken oder ganz darin wohnen. So wie Rachel und James von Idle theory bus die mit ihrem VW-Bus seit 3 Jahren unterwegs sind.

Vor einiger Zeit entdeckt und regelrecht in den Videos dieser sympathischen Familie versunken, die seit einem Jahr auf Weltreise sind, bin ich auf dem Blog Sechs Paar Schuhe.  Seht Euch unbedingt das Video an, danach wollt Ihr garantiert auch sofort losfahren. 




5. Einfach mal an nichts denken

Auch wenn mein wunderschönes Meditationskissen, das mir mein Mann zum Geburtstag geschenkt hat, seit einiger Zeit in der Ecke verstaubt, lohnt es sich doch, es hin und wieder hervorzukramen. Vorhin habe ich es gerade wieder versucht: Aufrecht, aber entspannt hinsetzen, Augen schließen und versuchen, an nichts zu denken. Gedanken, die auftauchen - und das tun sie ganz schön oft - fliegen dann wie Wolken an mir vorbei. Ein schönes Bild, das bei mir tatsächlich sehr gut funktioniert. Das Gefühl hinterher: Pure Entspannung und ein ganz wohliges Körpergefühl. Also, nicht erst lange in Meditations-Büchern lesen, wie das genau geht, sondern einfach mal ausprobieren.
Montag, 6. Juni 2016

Meine drei Lieblingsbücher für eine leichte Sommerküche

Wenn's draußen knackig warm ist, wie bei uns gerade im Norden glücklicherweise, könnte ich mich durchgehend von Salat ernähren oder aber von leichten Gerichten mit ganz viel Gemüse. Passend zum Wetter stelle ich Euch heute drei tolle neue Kochbücher vor, die prall gefüllt sind mit leichten vegetarischen Gerichten für eine leckere Sommerküche. Für alle drei Bücher gilt: Nicht nur die Rezepte sind der Hit, sondern auch die wunderschönen Fotos.


1. Das vegetarische Kochbuch

Das vegetarische Kochbuch der Foodfotografin Barbara Bonisolli aus dem Callwey Verlag ist viel mehr als ein Kochbuch. Es ist ein wunderschöner Bildband mit 100 köstlichen vegetarischen Gerichten. Die Zutaten und die Inspirationen für ihre Gerichte holt sich die erfolgreiche Kochbuchautorin aus ihrem eigenen Garten. Dort wachsen Obst, Gemüse und Kräuter um die Wette und landen kreative verarbeitet auf den Tellern ihrer Familie und Gäste. Die Fotos sind der Knüller und machen richtig Lust aufs Ausprobieren der Rezepte. Der Brotsalat auf dem Buch-Cover ist mir leider nicht besonders gut gelungen, ausprobieren werde ich aber garantiert noch die gebratenen Reisnudeln mit Mangold, den Aprikosen-Schmand-Kuchen und in der Spargel-Saison unbedingt noch die gefüllten Kräuterpfannkuchen mit Spargel und Rosmarin. Sehr gut gefällt mir die Aufteilung der Rezepte nach Jahreszeiten.


Foto: Barbara Bonisolli

2. Detox basisch vegetarisch


Wenn Ihr Eurem Körper mal etwas Gutes tun und ihn mit besonders nahrhaften Gerichten verwöhnen möchtet, ist das mittlerweile dritte Buch von Natasha Corrett genau richtig für Euch. Detox basisch vegetarisch aus dem AT Verlag enthält über 100 unkomplizierte basische Rezepte zum Entschlacken und Entgiften, zur Anregung des Stoffwechsels und nebenbei auch zum Abnehmen. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Reizbarkeit und andere Beschwerden, die oft aus einem zu vollen Alltag entstehen, können mit der richtigen Ernährung verschwinden. 
Ihr könnt die Rezepte natürlich einfach so nachkochen oder die vier ausgearbeiteten Entschlackungsprogramme in die Tat umsetzen. Von #feelgood, einem kurzen Entschlackungsprogramm mit Suppen, Smoothies und Säften, das perfekt fürs Wochenende geeignet ist bis zum 30-tägigen #lifechange-Programm für alle, die gesunde Ernährung dauerhaft in ihrem Leben verankern möchten. 
  

So toll ich die ausgearbeiteten Ernährungs-Pläne finde, bei mir scheitert es meistens an der Umsetzung, da ich für meine Kinder extra kochen müsste. Und das ist mir für einen Zeitraum von mehreren Wochen zu aufwendig. Deshalb halte ich mich lieber an einzelne Rezepte, wie  die Blumenkohlsuppe mit rosa Pfefferkörnern (Foto), würzige Tofubällchen oder Spinatsalat mit warmen Feigen.

Detox basisch vegetarisch, Natasha Corrett, AT Verlag, 24,95 Euro.
  
3. Gemüse all'italiana

Ich bin leider keine routinierte Köchin, die aus drei, vier Zutaten super leckere Gerichte zaubern kann. Wahrscheinlich gefällt mir das Kochbuch Gemüse all'italiana von Cornelia Schinharl, ebenfalls aus dem AT Verlag, deshalb so gut, weil sie ruck-zuck tolle vegetarische aus allen Regionen Italiens zubereitet - und das nur mit einer handvoll einfacher Zutaten. Mit über 200 Rezepten aus allen Regionen Italiens ist dieser toll gestaltete Bildband eine wahre Fundgrube. Sehr gut gefällt mir die Unterteilung der Rezepte nach Gemüsesorten: Ihr richtet Euch ganz einfach nach Eurem Appetit und findet unter dem jeweiligen Gemüse leckere und garantiert ganz einfache, authentische Gerichte. Zusätzlich gibt es zu jedem Gemüse ein ausführliches Porträt und hilfreiche Tipps für die Zubereitung der italienischen Speisen.

Ausprobieren möchte ich unbedingt diese Ricotta-Spinat-Gnocchi (Foto), das pikante Auberginengemüse und die klassische Minestrone. Aber es gibt in diesem wunderbaren Kochbuch noch so viel mehr zu entdecken. Einziger Haken: Dieser Rezept-Bildband der italienischen Küche ist viel zu schade, um ihn am Herd mit Tomatensoße und Olivenöl vollkleckern zu lassen. Etwas Sicherheitsabstand ist deshalb sinnvoll. :-) Definitiv ein Kochbuch für echte Italien-Liebhaber!

Gemüse all'italiana, Cornelia Chinharl, AT Verlag, 34,95 Euro. 

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